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M³IS:
Ein niedersächsisches Pilotprojekt für ein mobiles
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Visite mit mobilem EndgerätDie Visite ist der zentrale Punkt zur Kommunikation der behandelnden Ärzte untereinander sowie zur Kommunikation zwischen Arzt und Patient. Die für den Arzt jeweils relevanten Informationen werden vorher vom Arzt bzw. vom Krankenpflegepersonal mühsam zusammengestellt, um dann mit einem Visitewagen durch die Station mitgeführt zu werden. Vor dem Patientenzimmer verschafft sich der Arzt einen Überblick über die Patienten, indem er sich die wichtigsten Daten aus der Akte und der Fieberkurve anschaut. Sollte zwischenzeitlich ein neuer wichtiger Laborbericht auf Station eingegangen sein, bleibt der liegen oder muss dem Arzt von einer Schwester gebracht werden. Wurde beispielsweise eine Herzkatheteruntersuchung durchgeführt, muss der Arzt ins Arztzimmer gehen, um sich dort den Film am PC anzuschauen. Am Patientenbett steht der Film nicht zur Verfügung, so dass er dort nicht noch einmal mit dem Patienten besprochen werden kann. M³IS bietet einen Lösungsansatz für dieses Problem, indem es mit dem WLAN eine preiswerte aber leistungsfähige Netzwerkinfrastruktur zur Verfügung stellt und über den Web-Client einen sehr einfachen Abruf der relevanten Daten ermöglicht. Über einen Webbrowser hat der Arzt direkt am Patientenbett Zugriff auf aktuelle Daten wie z. B. Laborberichte und Herzkatheterfilme und weitere behandlungsrelevante Befunde. Des Weiteren entfällt in der Vorbereitung des Visitewagens das Einsortieren der Befunde in die Patientenakten, da diese automatisch in M³IS zugeordnet werden. Noch ungelöst ist der Zugang zu EKGs und der Medikamentierung, da diese derzeit nicht digital verfügbar sind. Dem Projekt M³IS stehen (siehe Abbildung 5) zwei unterschiedliche Typen von mobilen Endgeräten zur Verfügung. Dies sind zum einen Tablett-PCs (sowohl tastaturlose "Slates" als auch "Convertibles" mit Tastatur), die eine Auflösung von 1024×768 und 256 echte Graustufen bieten. Nachteilig sind der hohe Anschaffungspreis, das hohe Gewicht und eine kurze Akkulaufzeit. Die Webpads des Projektpartners Höft & Wessel Skeye Webpanel zeichnen sich durch niedrigeren Anschaffungspreis, geringes Gewicht und lange Akkulaufzeit aus. Das Gerät bietet jedoch nur eine Auflösung von 800×600, kein ",True Color" und damit nur 64 Graustufen, 802.11g (11 MBit), eine vergleichsweise geringe Rechenleistung und knapp bemessenen Speicher. Für die Darstellung von Dokumenten im HTML-, PDF-, Word- und ASCII-Format ist dies ausreichend, das Anzeigen von DICOM-Objekten ist derzeit aber nur auf den Tablett-PCs möglich. Abbildung 5: Mobile Endgeräte Eine exemplarische Studie im Klinikum Oldenburg hat gezeigt, dass eine Stationsärztin bei einer Schicht etwa 6,5 Stunden mit Informationsverarbeitung beschäftigt war, während weniger als 4 Stunden für den direkten Patientenkontakt zur Verfügung standen. Der Einsatz mobiler Endgeräte auf der Station erlaubt es, die Zeit zur Zusammenstellung oder Weitergabe von bereits existierenden Informationen effizienter für die Versorgung einsetzen zu können. Es ermöglicht dem Stationsarzt, die heutige Arbeitslast besser zu bewältigen und unterstützt medizinische Entscheidungsprozesse aufgrund der sofortigen Verfügbarkeit multimedialer Daten.
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Seite zuletzt aktualisiert: 2005-12-04
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